![]() |
||
|
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Auch der Marathonabschnitt hoch zur Burg Hamm forderte den Läufern wieder alles ab. Warum Burgen auf einem Berg liegen ist zwar klar, wie hoch diese sind, merkt man aber erst, wenn man dort hoch laufen muss. Gehen geht zwar auch, aber hier wird nun mal eben gelaufen. Im Burghof angekommen, begrüßten Dudelsackspieler das Läuferfeld. Da aus dem Burghof der Halbmarathon gestartet wurde, war hier wieder richtig was los. Was für eine Kulisse für einen solchen Start! Da kommt kein Stadtmarathon mit, dachte ich noch bei mir. Klar war aber auch, dass hier die Hälfte des Marathons erreicht war und meine Zwischenzeit genau im Plan lag. Weiter ging es um einen Stausee, um anschließend den Burgberg nochmals zu erklimmen und die Burg zu durchlaufen, einfach nur toll. Dann ging es auf den letzten und damit auf den anstrengensten Teil der Strecke. Nicht nur, dass der Eifelmarathon auf den letzten 6 Kilometern nochmal alles an Steigung aufbot, was es in der Umgebung zu geben schien. Auch die Sonne knallte zur Mittagszeit ungeschützt auf den letzten schattenlosen Kilometern nieder und sorgte dafür, dass die körperliche Fitness abermals getestet wurde. Auf den letzten zwei Kilometern ging es dann nur noch bergab und schließlich unter dem Beifall der Zuschauer über die Ziellinie. Mit 4:02 Stunde blieb die Uhr wiedermal exakt in der Zielzeit für einen Trainingsmarathon stehen und auch die Zwischenzweiten je 10km 0:55Std. / 0:057Std. / 0:57Std. / 1:05Std. / 2km mit 0:10Std.) waren absolut im Rahmen für die derzeitige Trainingsphase, im Hinblick auf das große UltraMarathon Event in diesem Jahr. Die Platzierung im vorderen Drittel ist zwar nebensächlich aber für mich als Flachlandtiroler dennoch eine schöne Feststellung im Leistungsvergleich zu den angetretenen Eifelaner Bergläufern. Wer aber glaubt, dass der Eifelmarathon hiermit erledigt sei, der sieht sich getäuscht. Nach dem Duschen ging es noch wieder ins Getümmel. Das die Eifelaner feiern können, bewiesen sie im Anschluss an die Marathonveranstaltung. Das ganze Dorf schien auf den Beinen, um bei bestem kaiserlichem Sommerwetter ein Bier zu trinken, etwas zu essen und dem Musikverein zuzuhören. Dieser bildete den musikalischen Rahmen einer rund um gelungene Veranstaltung. Das Fazit dieses Marathonwochenendes ist schnell gezogen: Das Motto des Eifelmarathon „Natur laufend erleben“ ist hundert prozentig getroffen worden. Eine tolle Organisation und geselliger Rahmen runden das Bild von einem Laufwochenende ab, das man bedenkenlos weiter empfehlen kann! |
![]() |
![]() |
|
|
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Eifelmarathon in Waxweiler am 12.06.2005 - ein Laufbericht von Fritz Rietkötter |
|
Ein Erlebnis - Bericht von einem Lauf der für steigungsunerfahrene norddeutsche Tiefebenen - Läufer eine echte Herausforderung ist: Der Start zum 8. Eifelmarathon war für 9.00 Uhr angesetzt. Als “Vorprogramm” gab es ab 7.00 Uhr ein gemeinsames Frühstück mit den Gästen. Keine schlechte Idee vom Orga - Team fand ich, und so war ich gegen 7.15 Uhr am Veranstaltungsort, der sich in und um das Waxweiler Bürgerhaus befand. Das Wetter hatte ebenfalls ein Einsehen und so konnte die gesamte Veranstaltung eigentlich nur super ablaufen. Pünktlich um 9.00 Uhr wurde der Startschuss gegeben. 190 Läufer machten sich auf den Weg, um einen reizvollen Landschaftsmarathon zu laufen. Was die Veranstalter darunter aber verstanden, wurde mir erst im Laufe der Zeit klar. Mein Ziel war eindeutig definiert: möglichst unter 5 Stunden, ein Traum wäre meine letzte Marathonzeit von 4 Stunden 16 Minuten aber ich will ja nicht gleich zum Höhenflug ansetzen und dann unsanft landen. Also möglichst einen Schnitt von 6 min / km solange es eben geht laufen und dann hoffen, dass die Berge nicht zuviel Zeit und Kraft kosten und ich unter 5 Stunden bleibe. Die ersten 7 km führten um und durch die Stadt - eher Dorf - Waxweiler und anschließend hinaus in die Landschaft, es war ja ein Landschaftsmarathon. Aus meiner Besichtigung der Strecke von vor 6 Wochen sowie aus dem Höhenprofil wusste ich, dass für mich Läufer aus der norddeutschen Tiefebene jede Steigung eine Herausforderung darstellt. Und so war oberstes Gebot, nur keine unnötigen Tempoanstrengungen. Immer schön ruhig und gelassen bleiben, denn der nächste Berg kommt bestimmt, zumal es davon einige gibt. Gut motiviert ging es dann auch den ersten Berg hinauf. Eine Serpentine mit einigen Kurven war zu bewältigen. Mit der Überzeugung, das nach jedem bergauf auch ein bergab kommt, ging es langsam nach oben. Nur dumm, dass die Eifelaner Berge sich an diese Erkenntnis nicht hielten. Dennoch, meine Psyche war im Lot, die Gedanken hatten Zeit sich zu finden und mein Körper schien im grünen Bereich zu laufen. Der nächste Berg brachte dann auch die Realität wieder in den Kopf zurück. Der Puls schnellte in die Höhe und niemand weit und breit, der mit einem aufmunternden Applaus die Motivation stärkte. Man war eben alleine mit sich, dem Berg und dem inneren Schweinehund. Die fehlenden Zuschauer hatten aber auch einen entscheidenden Vorteil: niemand verstellte den Läufern die super tolle Aussicht auf die Eifel mit ihren Bergen, Tälern, Wäldern, kleinen romantischen Bachläufen und Wiesen - aber ob das gewollt war, ich hätte gerne einige Impressionen verpasst und dafür ein paar Zuschauer gesehen. Das Wetter hielt sich weiter beneidenswert und so war neben sonnigen 16 Grad eine Fernsicht gegeben, die jede Anstrengung vergessen lies. Es folgte eine Steigung und anschließend ein Gefälle, bei dem selbst ein schnelles Gehen leicht zum Verlust des Gleichgewichtes führen konnte. Zwischen km 21 bis 26 sollte eine Runde um den Bitburger Stausee führen. Nach meiner Planung ein Bereich, der zum Sammeln der Kräfte eingeplant war. Schließlich ist es am Wasser meistens recht steigungsarm. Nicht so in der Eifel! Die Veranstalter wählten eine Strecke, die mit leichten Steigungen und Gefälle für mich recht anspruchsvoll war. Es schien mir, als würde das Wasser hier auch gerne mal den Berg hinauf fliessen. Die erste Überraschung folgte dann bei km 26. Ich lag knapp 7 Minuten vor meiner “Traumzeit”. Eine Zeitpolster, dass sich trotz diverser Steigungen kontinuierlich aufgebaut hatte. Wissend, dass der schwerste Berg zwar bei km 35 kam, ich aber jetzt schon eine Zeitreserve hatte, stieg meine Motivation sprunghaft an. Mein Schnitt von 6 min / km war gehalten und nun konnte es nur noch aufwärts gehen. Das diese Redewendung schnell real wurde bemerkte ich, als es auf den Burgberg von Burg Hamm ging. Warum Burgen immer auf einem Berg stehen müssen war mir ein Rätsel und im übrigen hätte es sicherlich auch einen Weg unten rum gegeben. Der Burgherr begrüßte jeden Läufer einzeln, bei 190 Teilnehmer eine Aktion, die leicht zu bewältigen war und so ging es den Burgberg wieder hinab - wieso auch nicht -. Mit jeder Steigung, mit jedem Berg, den ich immer lockerer bezwang, wuchs in mir die Überzeugung, meine Traumzeit von 4 Std 16 Min ist in greifbare Nähe gerückt. Ab ca. km 30 kam dann der Punkt, wo mein Marathon wirklich beginnt. Der Laufrhythmus wurde unruhiger. Ob bergauf oder bergab anstrengender war, konnte ich nicht beantworten, nur noch weiter hiess die Devise. Konzentration auf jeden Schritt und bloss nicht nach vorne schauen, denn ein lange ansteigender Berg kann schon motivationsraubend sein. Jede Versorgungsstation war ein Etappenziel und dann kam, worauf ich seit 35 km gewartet hatte. Der letzte wirkliche Berg in Deutschland - die Alpen waren nichts dagegen. Zudem ein Schotterweg mit Handgroßen Geröllbrocken. Wo man hier den Fuss hinsetzen sollte, ohne umzuknicken, war eine echte Quizfrage. Mit letzter Kraft ging es den Berg hinauf. Was dann folgte war die nächste Überraschung. Von meinen 7 Minuten Zeitpolster waren noch 4 Minuten übrig. Mit dem festen Willen, diese 4 Minuten zu halten, ging es einige leichte Steigungen - echte Berge gibt es eh nur im Film, die Realität verschwamm ein wenig - hinauf und dann 4 km sanft bergab. Dieses letzte Stück hatte ich mir bei meiner Besichtigungstour gut gemerkt und so wurden die letzten Reserven mobilisiert. Ich hoffte nur, dass ich nicht irgend eine Steigung zwischen mir und Waxweiler übersehen hatte - im Auto sieht das immer etwas leichter aus - , denn dann wäre der Ofen aus gewesen. So ging es die letzten 3 km Richtung Dorf, dass in der Ferne schon mit Musik zu hören war. Für mich zählte nur noch Tempo und die Hoffnung, nicht mehr langsamer zu werden. In Waxweiler angekommen ging es um die letzte Kurve auf die Zielgerade und dann sah ich das, was ich im Traum nicht erhoffte hatte. Die Uhr über der Ziellinie zeigte 4 Stunden 8 Minuten. Die Zuschauer sorgten für einen super tollen Zieleinlauf und alle Strapazen waren wie weg gewischt, eben ein echter Marathonfinish. Die anschließende Dusche war - wie bei jedem Marathon - “schön” kalt und das anschließende Rahmenprogramm bildete den Schluss einer rundum tollen, super organisierten und familiären Veranstaltung. Wer Landschaftsläufe gerne absolviert, für den ist der Eifelmarathon in Waxweiler ein echter Geheimtip! Ein Eintrag aus dem Gästebuch des Eifelmarathon fasst alles passend zusammen: 13.06.2005 >>> Oliver Büchel aus Bad Münstereifel (Ski-Klub Prüm) Hier die Homepage vom Dorf: Waxweiler |
|
|
||||||||||||||||||||||||||||||||
|
WLT.Newsletter JETZT ANMELDEN!! Klick hier
|