Fachpresse

Auf dieser Seite findet Ihr interessantes zu folgenden Themen:

 

Wintertips fürs Immunsystem

 

Schlafstörung

Vitaminbedarf

Kalorienverbrauch

Fit mit richtigen Fetten

Der richtige Umgang mit Lebensmittel

Bier ist gesund

Übertrainingssyndrom

Ausdauer und Immunsystem

Sauna direkt nach dem Laufen?

Viel Trinken, nicht nur zum Laufen!

Nie wieder krank..?

Muskelkater verhindern mit richtiger Ernährung

 

Wintertips zum Thema Immunsystem und Laufen, Quelle Lex - Das Läufermagazin Ausgabe 2 - 2011

Winterfitness
Winterfitness2

Quelle: Oldeburgische Volkszeitung vom 07.10.2011

OV Ernährung

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Getränke für Läufer: was und wieviel ist optimal?

Ausreichend viel Flüssigkeit ist nicht nur beim Laufen lebenswichtig

Zwei bis drei Liter Flüssigkeit sollte jeder von uns täglich zu sich nehmen. Da der Körper zu zwei Drittel aus Wasser besteht und über die Atmung, die Haut und die Nieren Flüssigkeit abgibt, muß diese auch wieder ersetzt werden. Ansonsten leidet die Blutzirkulation, der Sauerstoff kann nicht optimal transportiert und Schadstoffe nicht ausreichend beseitigt werden.

Beim Laufen ist der Flüssigkeitsverlust durch das Schwitzen naturgemäß noch größer. Trinkt man zu wenig, steigt die Körpertemperatur aufgrund der mangelnden Kühlung an, die Muskeln werden schwächer und beginnen sich zu verkrampfen. Ein großer Irrglaube ist, immer erst dann zu trinken, wenn man ein Durstgefühl verspürt. Stellt sich dieses ein, ist es eigentlich schon zu spät, da der Körper signalisiert, dass er mit Flüssigkeit unterversorgt ist. Dazu kommt, dass das Durstgefühl mit zunehmendem Alter nachlässt, was auf einen geringeren Natriumgehalt im Blut zurückzuführen ist. Die Unterversorgung mit Wasser ist jedoch genauso gegeben, auch wenn die Körpersignale schwächer werden.

Je nach Sportart und Umgebungstemperatur kann der Wasserverlust pro Stunde zwischen einem und vier Litern liegen. Wer es ganz genau wissen möchte, sollte sich vor und nach dem Sport wiegen. Der Gewichtsverlust entspricht der erforderlichen Trinkmenge. Sobald der Wasserverlust 0,5 Prozent des Körpergewichtes (beim Erwachsenen etwa 350 Milliliter) überschreitet, erkennt das Gehirn einen Wassermangel und löst Durst aus.

 

Idealerweise sollte man am Morgen gleich nach dem Aufstehen ein bis zwei Gläser Wasser oder Tee (in Summe mind. einen halben Liter) trinken, um die Flüssigkeitstanks aufzufüllen, die sich durch Schwitzen in der Nacht geleert haben. Kaffee zählt allerdings nicht, dieser liefert dem Körper keine Flüssigkeit sondern entzieht ihm welche. Die restlichen 2,5 Liter sollte man dann gleichmäßig über den Tag verteilt zu sich nehmen. Am besten geht das, wenn man z.B. im Büro ständig eine Flasche oder einen Krug mit Wasser neben sich stehen hat.

Vor dem Laufen und jeder anderen sportlichen Betätigung ist Trinken besonders wichtig. Mindestens einen halben Liter ca. eine Stunde vor dem Laufen ist optimal. Zu knapp vor dem Sport nicht mehr allzuviel trinken, da die Flüssigkeit im Bauch sonst störend sein kann. Dafür gleich nachher wieder ein bis zwei Gläser, je nachdem wie viel Sie hinausgeschwitzt haben. Bei längeren Trainingsläufen oder Teilnahme an Laufbewerben empfiehlt sich die Mitnahme eines Trinkgurtes mit kleinen Trinkflaschen. Mehrere kleine Fläschchen sind dabei besser als eine große.

Bei der Frage nach dem richtigen Getränk empfehlen wir in erster Linie Mineralwasser ohne Kohlensäure. Auch Leitungswasser ist gut geeignet oder ein anderes mineralhaltiges Getränk. Ist Ihnen das zu geschmacklos, dann mixen Sie doch einfach etwas Fruchtsaft dazu. Limonadehaltige Getränke sollten Sie aufgrund ihres Zuckergehalts lieber meiden.

Für Leistungssportler wurden spezielle Getränke entwickelt, die genauso viel gelöste Stoffe wie das Blut enthalten. Diese so genannten isotonischen Getränke sind für Sportler empfehlenswert, die länger als drei Stunden aktiv sind, ohne feste Nahrung aufzunehmen. Sie ersetzen neben der Flüssigkeit auch verbrauchte Energie und ausgeschwitzte Mineralstoffe. Für Freizeitsportler sind isotonische Getränke überflüssig, weil für sie nicht die Zufuhr von Energie und Mineralien im Vordergrund steht, sondern der Ersatz von Flüssigkeit. Isotonische Getränke bieten keinen Vorteil, kosten aber mehr als Mineralwasser und einfache Fruchtsäfte. Die Mineralstoffe, die mit dem Schweiß verloren gehen, kann der Freizeitsportler mit einer abwechslungsreichen Ernährung nach dem Sport problemlos ersetzen.

Quelle: Commitor - Verlag

Unsere Ernährung deckt nicht den Vitaminbedarf

Unsere Tische biegen sich, und was wir essen ist oft vom Feinsten: Erdbeeren an Weihnachten, deutsche Frühkatoffeln schon im Juni, Weintrauben im Mai, Brokkoli das ganze Jahr.

Also müßten wir - vom Übergewicht einmal abgesehen - kerngesund sein. Vitamine, Mineralien, Spurenelemente stehen reichlich zur Verfügung. Doch dass ist ein Irrtum. In diesem Bereich sind wir unterernährt. Wir leiden Mangel im Überfluss, denn im Obst und Gemüse ist nicht mehr drin, was mal drin war.

Wissenschaftler schlagen deshalb Alarm. Prof. Dr. Heinz Liesen, Präventiv- und Sportmediziner sowie Spezialist für Ernährungsfragen: “Wir müssen davon ausgehen, dass mehr als zwei - drittel aller Deutschen ab 50 Jahren zunehmend an subklinischen Mangelzuständen leiden. Die Menschen sind noch nicht krank, aber das Immunsystem ist geschwächt. Sie leiden an ständiger Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Schlafstörungen. Regeneration findet nicht mehr statt. Es mangelt an Vitaminen, Spurenelementen, Mineralien wie Magnesium, Zink, Selen, Vitamin E. Die Liste ist endlos lang”.

Selbst bei jüngeren Menschen herrscht in diesem Bereich Unterversorgung. Liesen: Bei zwanzig- bis fünfunddreissigjährigen Testanten haben wir ebenfalls eindeutige Mangelerscheinungen festgestellt. Wir brauchen viel mehr Vitamine und Mineralien als früher. Die Gründe: Stress durch gewachsene Arbeits-, Freizeit- und Umweltbelastungen. Wir ruhen zu wenig und trinken zuviel Alkohol. Eine Flasche Wein zum Beispiel vernichtet den Magnesiumbedarf für zwei Tage.

Noch schlimmer trifft es alte Menschen. An der Uni Heidelberg wurde der Ernährungszustand von 300 Achtzigjährigen untersucht. Das Ergebnis: Zweidrittel von Ihnen litten unter Vitaminmangel - vor allem Vitamin A und C. Die Folge: Von den Mangelpatienten starben in den folgenden drei Jahren im Verhältnis doppelt soviele, wie von denen, die ausreichend mit Vitaminen versorgt waren.

Ernährungswissenschaftler vom Schwarzwaldsanatorium Obertal machten folgendes Experiment: Auf einem Gemüsemarkt in Karlsruhe und in der Gemüseabteilung einer großen Lebensmittelkette in Freiburg kauften sie stichprobenartig zwei identische Lebensmittelkörbe. Der Inhalt: Brokkoli, Bohnen, Fenchel, Möhren, Kartoffeln, Spinat, Äpfel, Bananen und Erdbeeren. Diese Lebensmittel wurden in einem neutralen Lebensmittellabor in Karlsruhe nach Ihrem Inhalt an bestimmten Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen untersucht. Als Vergleich zu den heutigen Stichprobenwerten dient die offizielle Nährstofftabelle des schweizerischen Pharmakonzerns Geigy von 1985.

So stellt man beispielsweise fest, dass das wichtige Spurenelement Kalium laut Geigy in den Bananen noch 1985 zu 420 Milligramm pro 100 Gramm enthalten war. In der Warenkorb - Banane waren es gerade noch 327 Milligramm - fast ein viertel Verlust. Vergleichswerte von Calcium, Folsäure, Magnesium, Vitamin B6 und Vitamin C zeigt die nachstehende Tabelle auf. -Quelle: Heinz Sünder

Warenkorbgemüse

mg je 100g Gewicht

1985 - Geigy

Warenkorb

Brokkoli

Calcium
Folsäure
Magnesium
103
47
24
33
23
18

Bohnen

Calcium
Folsäure
Magnesium
Vitamin B6
56
39
26
140
34
34
22
55

Fenchel

Calcium
Folsäure
Magnesium
35
100
11
57
32
17

Kartoffeln

Calcium
Magnesium
Vitamin C
14
27
20
4
18
25

Möhren

Calcium
Magnesium
37
21
31
9

Spinat

Calcium
Vitamin B6
Vitamin C
62
200
51
19
82
21

Apfel

Calcium
Magnesium
Vitamin C
7
5
5
8
6
1

Banane

Calcium
Folsäure
Magnesium
Vitamin B6
8
23
31
330
7
3
27
22

Erdbeere

Calcium
Magnesium
Vitamin C
21
12
60
18
13
13

Fit mit den richtigen Fetten
...oder warum eine fettarme Diät nicht immer sinnvoll ist

Eine Diät bzw. Hungerkur ist stets ein Training für eine rasch wiederkehrende Gewichtszunahme. Die Kalorien- reduktion funktioniert hierbei als sogenannter Overload, d.h. als hoher Trainingsreiz für den ausgebremsten Stoffwechsel. Der Organismus ist permanent bemüht sein verlorenes Gleichgewicht wiederherzustellen.
Im Rahmen einer Low-Fat-Diät werden häufig sogenannte Light-Produkte konsumiert, beispielsweise Halbfett- margarine, die zu 50% aus Margarine und zu 50% aus Wasser, Glucose und Fructose besteht. Neben den gesundheitlich bedenklichen einfachen Kohlenhydraten enthalten diese Produkte häufig künstliche Farb- und Aromastoffe, die die ernährungsphysiologische Qualität weiter beeinträchtigen.

Vor dem Verzehr von Fetten wird bei Low-Fat-Diäten noch viel mehr gewarnt. Häufig zu unrecht - nicht die Menge der Fettzufuhr ist entscheidend, sondern auf die Qualität der Zusammensetzung der Fette und öle kommt es an.

Man unterscheidet zunächst zwischen raffinierten = industriell/chemisch verarbeiteten Fetten und zwischen nativen = kaltgepressten ölen. Der Begriff kaltgepresst ist geschützt und das Öl bleibt auch nur dann wertvoll, wenn das kaltgepresste Öl in einer lichtgeschützten Flasche und zusätzlich in einem Karton bzw. dunklem Schrank aufbewahrt wird. Zudem sollte das Haltbarkeitsdatum 3 - 6 Monate nicht übersteigen.

Durch Erhitzen und Härten werden Fette/öle denaturiert, d.h es können beim Kochen, Backen sowie besonders beim Frittieren und Braten sogenannte Transfettsäuren entstehen. Diese denaturierten Fette/öle stehen im Verdacht krebserregend zu sein. Man beachte hierbei die verschiedenen Rauchpunkte der öle bei den unterschiedlichen Temperaturen. Olivenöl beispielsweise hat seinen Rauchpunkt bei 138°C und Sonnenblumenöl erst bei 210-225°C. Daraus ergibt sich die Konsequenz, das Olivenöl bei Kaltspeisen oder erst nach dem Abkühlen der Gerichte zu verwenden.

Generell kann man zum schonenden Braten auch Wasser anstelle von öl benutzen. Beim Kochen bietet sich zum Garen das Dünsten an. Schließlich gilt als Leitsatz: Deckel zu - Flamme runter. Quantitativ sollten im Durchschnitt 15-20% der Tageskalorienzufuhr aus Fetten bestehen. Qualitativ sollten es überwiegend die ungesättigten essentiellen, also lebensnotwendigen Fettsäuren sein - z.B. Kaltwasserfische, Leinsamen, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne. Gesättigte Fettsäuren kommen vorwiegend in tierischen Fetten vor - rotes Fleisch, Wurst, Eier, Milch.

Vieldiskutiertes Thema ist immer wieder der erhöhte Cholesterinspiegel bzw. der Cholesteringehalt bestimmter Lebensmittel. Cholesterin übernimmt entgegen weitläufiger Meinungen vitale Funktionen in unserem Organismus. Es produziert u.a. Steroidhormone (Geschlechtshormone) und Vitamin D (aus Sonnenlicht). Ferner schützt es unsere Haut gegen Trockenheit. Jedoch ist nicht allein die Höhe des Cholesteringehaltes in der Nahrung für die Höhe des Cholesterinspiegels im Blutserum verantwortlich. Sport und Bewegung und ein funktionierender Gesamtstoffwechsel sind zusammen mit einer ballaststoffreichen Ernährung die besten Cholesterin-Senker. Ballaststoffe haben eine besondere Bedeutung, da der Organismus überschüssiges Cholesterin über unseren Stuhl ausscheiden kann. Eine Ernährungsweise, die reich an Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukten ist, unterstützt somit über die aufgenommenen Ballaststoffe die Regulation des Cholesterinspiegels. Bei ballaststoffarmer Ernährung steigt folglich unser Blutcholesterinspiegel. Die tägliche Zufuhr von Ballaststoffen sollte ca. 30-40g ausmachen.

Reduzieren Sie den Fettanteil in Ihrer Nahrung nicht unbedacht, sondern achten auf die Qualität der Fette. Fett ist ein wichtiger Geschmacksträger und damit für den Genuss der Nahrungsmittel entscheidend verantwortlich. Zudem liefert es wertvolle Vitamine (A, D, E, K) und dient als Vorstufe für zahlreiche physiologisch bedeutsame Verbindungen (z.B. Eicosanoide).


Autor: Lars Brouwers

 

Kilokalorien und Joule

Der in Kilokalorien ausgedrückte Brennwert - also die frei werdende, nutzbare Wärmeenergie - beträgt für Fett 9 Kilokalorien (kcal) pro Gramm, für Kohlenhydrate und Eiweiß jeweils 4 kcal/gr.

Die Kalorie ist eine - an sich veraltete, aber überall noch gebräuchliche - Einheit für den Wärme- oder Energiegehalt einer Substanz. Dabei hat es sich in unserer Umgangssprache eingebürgert, daß wir zwar von "1 Kalorie" sprechen, damit jedoch "1 Kilokalorie" gemeint ist. Eine Kilokalorie ist die Energiemenge, die notwendig ist, um 1 Liter Wasser von 14,5°C auf 15,5°C bei normalem Atmosphärendruck zu erwärmen. Die Einheit Kalorie wurde aufgrund internationaler Vereinbarungen offiziell auf die Einheit joule geändert, weil diese besser geeignet ist, um verschiedene Energiearten im Bereich Physik ineinander umzurechnen. In der Praxis werden beide Einheiten verwendet. Genau berechnet entspricht 1 Kilokalorie (kcal) 4,184 Kilojoule (kj). Vereinfacht rechnet man 1 kcal = 4 kj.

www.lauftipps.de

Kalorienverbrauch bei verschiedenen Tätigkeiten

Tätigkeit:

Kalorienverbrauch pro 15 min.:

Backen ..................................
Badminton spielen ..................
Bergwandern ohne Gepäck .....
Gehen ...................................
Golf spielen............................
Gymnastik.............................
Kochen..................................
Laufen ( 11km/h, Ebene ).........
Nähen....................................
Radfahren ( 15 km/h )..............
Rasen mähen.........................
Brustschwimmen....................
Skifahren...............................
Skiwandern............................
Squash spielen...................

 
35
 
95
 
 
119
78
 
83
 
65
 
44
 
188
 
32
 
98
 
110
 
158
 
140
 
96
 
207
 

 

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Nie wieder krank?

Wissenschaftler entschlüsseln, wie wir unsere körpereigenen Abwehrkräfte stärken können, und geben Tips für ein gesundes Leben

Von Gabriele Kautzmann

Panik beim ersten Kratzen im Hals: jetzt bloß nicht krank werden! Morgen die wichtige Präsentation, abends das lang ersehnte Rendezvous – unmöglich mit Schniefnase, Brummschädel und roten Augen! Wie kann man das Schlimmste noch verhindern?
Diese Frage stellten sich im vergangenen Jahr rund 20 Millionen Deutsche, angeschlagen durch virale Atemwegsinfekte. Etwa 60 Millionen Arbeitstage gingen so durch Erkältungskrankheiten verloren.
Eine Armada von Krankheitserregern setzt unserem Körper ständig zu: Schnupfen- und Parainfluenzaviren verursachen laufende Nasen, Husten und Kopfschmerzen, Adenoviren greifen Rachen und Bindehaut an, und oft schlagen Tage später Bakterien wie Strepto- oder Staphylokokken zu: Angina, eitrige Bronchitis oder Lungenentzündung können die Folge der Superinfektion sein.
„Stärken Sie Ihr Immunsystem!“ ist deshalb ein zugkräftiger Werbeslogan für Apotheken, Entspannungskurse und das neue Tiefkühlgemüse Vivactiv von Iglo. Medizinratgeber propagieren ein „Starkes Immunsystem durch Sport"*, erläutern, wie man „Das Immunsystem mental stärken"** kann, oder beschreiben den „Krieg in unserem Körper"***.
Die Idee, nie wieder krank zu werden, wenn nur das Immunsystem effektiv und frühzeitig Viren, Bakterien, Pilze, Parasiten und Krebszellen besiegen würde, liegt derzeit im Trend. So glauben 78,4 Prozent der Bevölkerung, laut einer repräsentativen FOCUS-Umfrage, daß sie die körpereigenen Abwehrkräfte selbst stark beeinflussen können. Zur Vorbeugung vertrauen nahezu 80 Prozent auf viel Gemüse und Obst, fast 60 Prozent auf Sport. Jeder zweite meidet seiner Immungesundheit zuliebe Nikotin, Alkohol und Streß oder versucht sein Glück mit Vitaminen oder immunstärkenden Mitteln, wenn sich die Husten-Schnupfen-Heiserkeit-Welle ankündigt. Was dem Immunsystem aber wirklich die nötige Power verleiht, darüber rätseln Immunologen, Präventivmediziner, Ernährungspezialisten, Phytopharmakologen und Pharmafirmen immer noch heftig.
„Die tägliche Auseinandersetzung mit Mikroorganismen hält unser Immunsystem wach. Es braucht das Training, und falls es gut funktioniert, kann man es gar nicht besser machen, nur wenn Defekte auftreten, muß man sich fragen, warum“, erklärt Ernst Peter Rieber, Direktor des Instituts für Immunologie der TU Dresden.
Die Fitneß der Immunzellen entscheidet, ob wir krank werden oder gesund bleiben. 10 000 Liter Luft, die wir täglich einatmen, können Tausende von Mikroben enthalten, die zu vernichten sind. Ein kompliziertes Netzwerk aus Organen und Zellen ist die Grundlage unserer Gesundheit.
Milliarden Immunzellen und Antikörper schützen unser Leben mit raffinierten Attacken, Täuschungsmanövern und Selbstmordkommandos (siehe Grafik Seite 177): Die gefräßigen Freßzellen verleiben sich Bakterien ein und initiieren den Vernichtungsprozeß durch T-Zellen. Hochflexible B-Zellen produzieren fast immer die passenden Antikörper (Immunglobuline). Killerzellen spielen vor allem bei der Abwehr von Viren und Krebszellen eine wichtige Rolle. Die heroischen Leistungen vollbringen die Immuntruppen mit Hilfe spezieller Strategien, die sie untereinander per Botenstoffen – ein Arsenal aus mindestens 50 Zytokinen – „absprechen“.
Abhörstation im Blut. Neben einem allgemeinen Abwehrcheck ist die Blutanalyse für die Forscher bislang die einzige Möglichkeit, in diesen molekularen Immuntalk hineinzuhorchen (siehe unten). Allerdings zirkuliert nur ein Prozent aller Immunzellen im Blut. Die Mehrzahl verrichtet ihre Arbeit in den Organen, 70 Prozent im Darm. Wie gut die lokale Abwehr in den Lymphknoten, Gelenken oder in einem Organ ist, darüber sagt ein Bluttest wenig aus.
„Wenn Sie einen Immunstatus machen, ist das nicht mehr, als wenn ein Arzt in ein Krankenzimmer geht und beim Anblick des Patienten feststellt, daß er Arme, Beine und einen Kopf hat“, kritisiert Stefan Meuer. Der Leiter des Instituts für Immunologie der Universität Heidelberg entwickelt neue Verfahren zur Feindiagnostik: In winzigen Gewebeproben sollen demnächst unzählige Zytokinmuster, Zytokinrezeptoren und spezifische Gene auszuwerten sein. „Mit der neuen Technik lassen sich etwa 100 Parameter in wenigen Stunden erfassen, wo wir bislang nur einen pro Probe ermitteln konnten“, erklärt Meuer. Nur mit diagnostischen Fortschritten hält er es für möglich, wirkungsvolle Therapien zu entwickeln, denn bislang, so Meuer, „machen wir bei dem Versuch, das Immunsystem zu beeinflussen, nichts anderes als ein Familienvater, der den defekten Computer aufschraubt und mal an einigen Knöpfchen dreht, um zu sehen, ob er ihn wieder in Gang bringt“.

Forscher wissen aber schon eine Menge über die Bedingungen, die das Abwehrsystem stärken oder schwächen. „Die Ernährung dürfte der wichtigste Faktor sein“, sagt Bernhard Watzl von der Karlsruher Bundesforschungsanstalt für Ernährung. So sterben jährlich weltweit etwa sechs Millionen unterernährte Kinder vor allem an Infektionen, weil ihr Immunsystem zusammenbricht. Britische Immunologen zeigten in einer im August veröffentlichten Studie, daß ein Leptinmangel die Ursache sein könnte. Das Hormon erhält offenbar die Aktivität der T-Helferzellen. Graham Lord vom Imperial College in London spekuliert, daß sich mit Leptin-Injektionen die Schwächung des Immunsystems verhindern ließe.
„Wie die Ernährung bei Gesunden das Immunsystem beeinflußt, dafür interessieren sich vor allem deutsche Immunologen wenig“, kritisiert Watzl. Erst langsam werde die Forschung intensiviert. So hat erstmals das Deutsche Institut für Ernährungsforschung zusammen mit der Berliner Uniklinik Benjamin Franklin im August eine Professorenstelle für Immunologie und Ernährung ausgeschrieben. Für Watzl steht fest: „Eine Unter- wie Überernährung schwächt das Immunsystem.“ Übergewichtige leiden häufiger an Infekten als Idealmaßtypen, und wenn sie eine Diät machen, zeigen sich schnell Veränderungen an den Immunzellen.

Mineralstoffe wie Zink, Selen und Eisen sind Powermittel für Immunzellen, ebenso wie die Vitamine A, C, E und B6, bedeutende Schlüsselsubstanzen für die sich schnell teilenden Immunzellen. Ein Mangel hemmt die Leistungen der Abwehrzellen, beeinflußt die Ausschüttung von Botenstoffen, und der Schutz vor giftigen Freien Radikalen ist nicht mehr gewährleistet.
Als man Bewohnern eines Altenheims in Kanada ein Jahr lang Multivitamintabletten verabreichte – die Kontrollgruppe erhielt Placebos – erhöhten sich die Immunparameter signifikant, und der Antibiotikabedarf verringerte sich. „Je schlechter die Versorgung am Anfang war, desto größer war der Benefit von Vitaminzulagen“, erklärt Ernährungswissenschaftler Watzl, „wenn man sich gut ernährt, zeigen sich durch Vitaminpräparate keine Effekte“ (s. Interview S. 182). Bei besonders hohem Bedarf kann allerdings schnell eine Unterversorgung eintreten: Streß, Leistungssport oder Operationen sind Vitaminräuber.

Sonnenbad als Erkältungsschutz. Bei der UV-Strahlung entscheidet die Dosis: Zuviel UV schädigt Immunzellen in der Haut. Deshalb vermehren sich lästige Herpesviren an der Lippe schnell beim exzessiven Sonnenbaden im Urlaub. Einige kurze oder einmalige UV-Bäder sind dagegen eine Art Schnupfenschutz. Dies konnten Studien an Schulkindern, Bergleuten und Sportlern belegen. Sonnenlicht regt die Bildung von Vitamin D an, das eine wichtige Rolle bei Entzündungs- und Immunprozessen spielt.
Auch Sport kann immungesund oder immunschädlich sein, fand der Direktor des Instituts für Immunbiologie an der Uni Köln, Gerhard Uhlenbruck, in zahlreichen Untersuchungen heraus. Er testete die Befindlichkeit, aber auch Laborwerte wie die Botenstoffe Interleukin-1 und Interleukin-6, die Aktivität von Freßzellen und natürlichen Killerzellen an Nichtsportlern, Gelegenheitssportlern und Hochleistungssportlern verschiedenster Disziplinen. Sein Fazit: „Moderates Training stärkt die Immungesundheit.“ Dazu muß man allerdings jeden Tag eine halbe Stunde oder dreimal die Woche eine Stunde lang seinen Puls auf eine Frequenz von 180 minus Lebensalter beschleunigen. Diese untere Grenze gilt „pauschal für alle“. Die obere Grenze, ab der Sport das Immunsystem mehr streßt als unterstützt, ist individuell verschieden. Durch Training läßt sie sich nach oben verschieben, aber nicht endlos weit. Zahlreiche Studien während Olympischer Spiele haben den Immunsystemen der Sportler schlechte Werte attestiert.

„Immundoping“ ist deshalb unter Hochleistungssportlern kein Fremdwort. Daviscup-Kapitän Charly Steeb und Radfahridol Jan Ullrich zumindest bekennen sich auf Werbeveranstaltungen offiziell zu ihrem Echinacin-Hilfsmittel.
Mehr als 300 verschiedene Präparate bietet die Phytomedizin an, um Erkältungen und Harnwegsinfekten vorzubeugen und die Nebenwirkungen von Krebstherapien zu mildern (s. Seite 186). Die Inhaltsstoffe stammen aus dem Sonnenhut (Echinacea), dessen Wurzeln bereits erkältete Cheyenne-Indianer kauten, oder aus dem Lebensbaum Thuja, dem Wilden Indigo oder dem Taiga-Strauch Eleutherococcus.
Für Hildebert Wagner vom Institut für Pharmazeutische Biologie der Universität München macht die Vorbeugung vor allem in der Übergangszeit Sinn, wenn Haut und Schleimhaut schlecht durchblutet sind. Er empfiehlt die Intervalltherapie: zwei Wochen mit Immunstimulanz behandeln, dann einige Tage pausieren. Ist der Infekt im Anmarsch, „ist das A und O, so früh wie möglich mit einer Stoßtherapie zu beginnen. Wenn man hoch fiebert, kann ein Pflanzenextrakt nichts mehr oder wenig ausrichten.“
Zwar belegen Laborstudien Effekte von Echinacea auf Immunzellen: Freßzellen, T-Zellen und natürliche Killerzellen lassen sich anregen, Interferone und der Botenstoff Tumor-Nekrose-Faktor (TNF) werden vermehrt ausgeschüttet. Doch über die Regulation im Abwehrsystem gibt es noch große Wissenslücken.

Der schwedische Werksarzt Olav Hoheisel bestätigte Ende 1997 im „European Journal of Clinical Research“, daß sich bei 120 Arbeitern einer Möbelfabrik die Erkältungssymptome mit Echinacin schneller besserten und weniger Schniefende das Vollbild der „echten“ Erkältung entwickelten. Untersuchungen an Triathlonkämpfern ergeben ähnliches. Ansonsten sind gute klinische Studien rar.
Die häufige Verordnung von sogenannten Immunstimulantien lehnt der Heidelberger Immunologe Stefan Meuer deswegen ab. Für „unverantwortlich“ hält er es, wenn Ärzte ihren Patienten Medikamente ohne wissenschaftlich nachgewiesene Wirksamkeit verschreiben, „weil sie überhaupt nicht wissen können, was sie tun und ob sie nicht etwas Schädliches tun“.
1996 begann eine ernste Diskussion um die Sicherheit von Echinacea-Mitteln: allergische Schockreaktionen, gar Todesfälle wurden gemeldet. Sicherheitshalber sollten deshalb Spritzenkuren unterbleiben. Vor allem Allergiker, Tuberkulosekranke, HIV-Patienten und Menschen mit einer Autoimmunerkankung wie entzündlichem Rheuma oder multipler Sklerose sollten ihr Immunsystem keinesfalls unkontrolliert stimulieren, warnt auch der Phytotherapie-Experte Hildebert Wagner: „Immunstimulantien könnten hier einen gegenteiligen Effekt haben.“
Niemand weiß derzeit, ob es nicht auch eine Kehrseite der Medaille gibt. TNF zum Beispiel, wie auch Interleukin-2 , -6 und -12 besitzen im Übermaß schädliche Nebenwirkungen und können Organe schädigen.
Beharrlich zucken deshalb selbst hochdekorierte Wissenschaftler die Schultern, wenn sie nach konkreten Ratschlägen für die Immungesundheit gefragt werden. Es gibt eben eine „Immunologie für Immunologen, eine für Ärzte und eine für Patienten“, kritisiert der Präventivmediziner Karlheinz Schmidt von der Uni Tübingen, der sich im Anfang des Jahres von Esberitox-Hersteller Schaper & Brümmer gegründeten „Förderkreis Immunschutz“ engagiert.
Impfung der Zukunft. Einen gänzlich neuen Weg will Hugo Wolf vom Institut für Allgemeine und Experimentelle Pathologie der Uni Innsbruck beschreiten: Ausgeklügelte Impfstrategien sollen die Abwehrschlacht im Körper künftig unterstützen. „Am besten ist es doch, die Abwehr am Ort des Geschehens, nämlich an der Schleimhaut, zu erhöhen“, glaubt der Chemiker. Ungefährliche Bruchstücke von Bakterien sollen in einer besonderen Aufbereitung demnächst bei ersten Testpersonen die Immunglobulin-A-Bildung in Darm, Rachen und auf anderen Schleimhäuten erhöhen und so Mikroorganismen daran hindern, sich dort festzusetzen.
Australische Schafherden erhalten solchen Impfstoff, und US-Forscher experimentieren mit Impfstoffkartoffeln gegen Durchfallerreger, indem sie dessen genetische Informationen in das Kartoffelgenom einbringen. Die Konsequenz sind eßbare Impfstoffe (siehe FOCUS 26/1998). „Das ist für mich der Immunschutz der Zukunft“, bestätigt Wolf.
„Wer jetzt konkret etwas tun will, sollte sich gegen die Grippe impfen lassen – das ist immer noch der beste Schutz gegen Influenzaviren – und zusätzlich natürlich vor allem die negativen Einflüsse vermeiden“, schlägt der Dresdner Immunologe Ernst Peter Rieber als Kompromißlösung vor. Denn die Liste der Immunsünden ist lang. „Mehr als 30 Prozent der Konsumenten von immunstärkenden Mitteln“, schätzt Schmidt, suchen ihren ungesunden Lebensstil so wettzumachen. „Doch wenn ein immunschädigendes Verhalten die Ursache für die Immunschwäche ist, dann kann man das durch die Einnahme von Pillen nicht korrigieren!“ weiß der Professor für Experimentelle Medizin.

Dabei haben Wissenschaftler eindeutige – aber nicht immer genußfreundliche – Verhaltensmaßregeln für ein immungesundes Leben ausgemacht:
* Alkohol setzt bei zu häufigem Genuß die spezifische Immunabwehr der T-Lymphozyten herab. Hinzu kommt meist schnell ein Vitaminmangel, der die Abwehrlage weiter verschlechtert. 2,5 Millionen Menschen gelten in Deutschland als Alkoholiker.
* Zigarettenrauch begünstigt Infektionen. So machen Forscher das Passivrauchen für 2,2 Millionen jährliche Fälle von Mittelohrentzündungen bei Kindern verantwortlich. Hinzu kommen rund eine Million Asthma- und Bronchitisfälle, bis zu zwei Millionen hustende Kinder sowie rund 150 000 Lungenentzündungen – allein in den USA. Kleinkinder sind dem Qualm ihrer Eltern vor der Kindergartenzeit „schutzlos ausgeliefert“, kritisiert der Bonner Kinderarzt Stefan Zielen, in ihrem Speichel habe man die gleichen Nikotinkonzentrationen gemessen wie bei den rauchenden Eltern.
* Einige Schmerzmittel, Cortison und vor allem Antibiotika hemmen Immunfunktionen. Denn was den Mikroben schadet, bekommt auch den Immunzellen nicht: Beweglichkeit, Freßaktivität und Antikörperbildung sind reduziert. Die Viren schlagen schneller zu. „Generell wird bei der Zulassung neuer Arzneimittel keine Überprüfung der Wirkung auf das Immunsystem verlangt“, kritisiert deshalb Karlheinz Schmidt und fordert eine Immuntoxikologie.
* Zuwenig Schlaf, häufiger Jet-lag und Schichtarbeit können über das Streßhormon Cortisol wichtige Immunfunktionen lähmen, denn Cortisol ist Gift für Immunzellen. Der US-Psychiater Mike Irwin hat an 42 Freiwilligen, die er in einer Nacht bis drei Uhr morgens nicht schlafen ließ, festgestellt: Die Aktivität der natürlichen Killerzellen, Freßzellen und T-Zellen sank und blieb in einigen Fällen zwei Tage lang gering. Was aber im normalen Schlaf mit dem Immunsystem passiert, darüber können Wissenschaftler derzeit nur spekulieren. „Das ist wissenschaftlich noch schwer zu greifen“, gesteht Thomas Pollmächer vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie, München.
* Streß ist der Mega-Immunkiller, denn unter lang andauernden Belastungen steigt der Cortisolspiegel an. Immunzellen sterben, andere verlieren die Orientierung, und die Kommunikationsfähigkeit zu ihren Kollegen geht verloren. Daß die enge Verbindung zwischen Psyche und Immunsystem uns auch im Alltag ständig Fallstricke auslegt, beweisen zwei aktuelle klinische Studien: Die Psychologin Janice Kiecolt-Glaser von der Universität in Ohio konnte 1998 zeigen, daß kleine Wunden bei gestreßten Studenten schlechter heilten, und der Psychologe Sheldon Cohen aus Pittsburgh belegte, daß Menschen mit einem intakten Freundeskreis und einem unterstützenden familiären Netzwerk weitaus seltener an Infekten erkranken.

Ist also immungesund, wer glücklich ist? Gerhard Uhlenbruck und sein australischer Kollege David Nelson testeten die Immunparameter von Menschen, die sich als besonders glücklich bezeichneten, normal glücklichen und trauernden Personen. Als Lügendetektor in Partnerschaften eignet sich ein Immuntest nicht, schalkt der Rheinländer: „Wenn Sie Ihren Mann fragen, ,Bist du glücklich in der Ehe?´, und er sagt ja, können Sie ihm nicht Blut abnehmen und nachsehen, ob es stimmt. Wenn er aber sagt, Ich bin unglücklich´, das würden Sie feststellen.“

 

TEST FÜR FAULE ABWEHRZELLEN

Mit einem Hauttest und einer Blutuntersuchung kann der Arzt einen Immunstatus erheben und so eine Abwehrschwäche erkennen.
Bei einem Immunstatus wird das Blut analysiert, die Immunglobuline A, G, E und M bestimmt, die Zahl der Antikörper gemessen, und spezielle T-, B- und Killerzellen sowie die Gefräßigkeit der Makrophagen werden untersucht. Kosten: zwischen 250 und 500 Mark. Größere Abweichungen von Normwerten findet man meist nur bei schwereren Störungen.
„Einen Immunstatus nur isoliert vorzunehmen ist sinnlos“, argumentiert der Präventivmediziner Karlheinz Schmidt. Zusätzlich muß der Patient ein Erkältungstagebuch führen, der Arzt sollte ihn gründlich untersuchen und den Lebensstil erfragen. „Quantitative Tests sagen wenig aus“, klagt Immunspezialist Gerhard Uhlenbruck, wichtig sei die gute Funktion. „Hundert Killerzellen nützen nichts, wenn 80 davon nicht fit sind, aber wenn sie 60 aktive Killerzellen haben, ist das gut.“
Der einfache Stempelhauttest Immignost (früher Multitest Mérieux) eignet sich zur kostengünstigen (ca. 50 Mark) Abwehrkontrolle.

WIE DAS IMMUNSYSTEM UNSER LEBEN SCHÜTZT

Immunzellen patrouillieren überall im Körper. In manchen Organen sammeln sich besonders viele, um Eindringlinge abzuwehren, vor allem an den Eintrittspforten in den Körper. Die immunologische Grundausstattung eines jeden Menschen ist in seinen Genen festgeschrieben.

VORPOSTEN MANDELN
Mikroorganismen, die durch Nase oder Rachen versuchen, in den Körper zu gelangen, fangen die Immunzellen in den Mandeln ab. Atemwege und Magen-Darm-Trakt werden vor Infektionen geschützt.

AUSBILDUNGSSTÄTTE THYMUS
Über dem Herzen befindet sich die Schule der T-Killerzellen und T-Helferzellen (T wie Thymus). Dort lernen sie, fremde Mikroorganismen zu erkennen. Bei Erwachsenen schrumpft das Organ.

RESERVELAGER MILZ
Links oben im Bauch arbeitet diese Kläranlage des Blutes, die Chirurgen lange Zeit als überflüssig galt. Sie ist auch Reservelager für Immunzellen.

ABFANGSSTATION DARM
Im Dünndarm sind spezielle Lymphknoten, die Peyerschen Plaques, für die lokale Immunabwehr von Krankheitserregern im Verdauungskanal verantwortlich. Das Foto rechts zeigt, wie ein Makrophage (gelb) kleine Darmbakterien (rot) frißt.

GEBURTSHAUS KNOCHENMARK
Aus dem roten Mark der Röhrenknochen stammen die Immunzellen (weiße Blutkörperchen) und alle anderen Blutzellen.

WARTEHÄUSCHEN LYMPHKNOTEN
Sie liegen zu Hunderten auf den Lymphabflußbahnen. Spezifische Abwehrzellen warten hier auf Bakterien oder ein anderes Alarmsignal.

SELBSTMEDIKATION BEI ERKÄLTUNGEN

Vorbeugung und Therapie sind den Betroffenen viele Millionen Mark wert.
Medikamente gegen Erkältungen bekämpfen nur die Symptome wie Kopfschmerzen, verstopfte Nase oder Kratzen im Rachenraum. 1997 setzten die Apotheken allein 927 Millionen Mark mit pflanzlichen Husten- und Erkältungsmitteln um. Für 867 Millionen Mark versorgten sich Deutsche in der Apotheke mit Vit-amin- und Mineralstoffpräparaten. Zusätzlich gingen 1997 mehr als 15 Millionen Packungen Echinacea-Extrakt über den Ladentisch. Der Verordnungsanteil durch Ärzte ist dabei, so schätzt die Madaus AG in Köln, auf 15 Prozent gesunken. Die meisten Patienten zahlen die Hilfsmittel (10 bis 30 Mark) jetzt selbst.
1998 nahm jeder zweite – so das Ergebnis einer FOCUS-Umfrage – bei ersten Krankheitssymptomen immunstärkende Mittel, davon etwa 77 Prozent Vitamin C und E, 33 Prozent Echinacea-Präparate und 22 Prozent vertrauten auf Mineralstoffe wie z. B. Zink.

STRATEGIEN FÜR DIE IMMUNGESUNDHEIT

Die FOCUS-Umfrage: Wie schützen sich die Deutschen vor der Erkältungswelle?
Wie stark, glauben Sie, kann man die körpereigenen Abwehrkräfte durch eine gesunde Lebensweise beeinflussen?
Wenn Sie erste Symptome einer Erkältung oder Infektion spüren, wie oft nehmen Sie dann immunstärkende Mittel wie z. B. Echinacea-Präparate oder Vitamine?
Was tun Sie persönlich, um Ihr Immunsystem zu stärken – unabhängig davon, ob Sie gesund oder krank sind?

BIOSTOFFE FÜR KILLERZELLEN

Das Immunsystem erledigt in jeder Sekunde viele Aufgaben, dafür benötigen die Zellen genügend Nährstoffe. Einige sind für ein gesundes Immunsystem besonders wichtig:

*Copress Sport, 1997 – das Buch liefert Trainingsanleitungen und praktische Tips. **Humboldt Taschenbuchverlag, 1996 – der Arzt Heinrich Klaus gibt einen Einblick in mentale Visualisierungstechniken für den Immunschutz. ***Verlag Zabert Sandmann, 1998 – das Buch erzählt die Lebensgeschichte unserer Immunzellen und wie das Immunsystem unser Leben schützt.

 

ABWEHRKRÄFTE GEGEN KREBS

Krankheit und Therapie schwächen das Immunsystem. Chemo- und Strahlentherapie gelten als Immunkiller. Fast 60 Prozent der Patienten nehmen Immunstimulantien.

Mistel & Co. waren früher oft ein letzter Hoffnungsschimmer. Heute geht es darum, zusätzlich zur Krebstherapie etwas für die Gesundheit zu tun und die Nebenwirkungen der Behandlung zu mildern, beobachtet der Onkologe Hans-Helge Bartsch von der Klinik für Tumorbiologie im badischen Freiburg.

Neben High-Tech-Therapien testet die Klinik auch pflanzliche Präparate wie Echinacea und Mistel. Die ersten Ergebnisse mit Preßsaft aus dem roten Sonnenhut (Echinacea purpurea) bei Brustkrebs- und Darmkrebspatienten zeigen, daß bei dreifacher Dosis die Immunbotenstoffe Gamma-Interferon, Interleukin-1 und der Tumornekrosefaktor TNF zunehmen, nicht aber bei normaler Dosis. Wie die Immunabwehr und der Krankheitsverlauf beeinflußt werden, ist noch offen.

Mistelpräparate enthalten als Pflanzenextrakte Lektine (ML-1 bis -3). Mit Lektinol ist jetzt ein Präparat mit einer definierten Menge an ML-1 auf dem Markt, das die Bildung von Immunbotenstoffen anregen kann. „In großen klinischen Studien“, so Josef Beuth von der Uni Köln, „zeigte sich eine Verbesserung der Lebensqualität, eine Immunstimulation und verringerte Nebenwirkungen der Chemotherapie.“ Mit dem neuen gentechnisch hergestellten ML-1 der Pharmafirma Madaus sollen jetzt weitere Studien folgen. Im April 1999 beginnt die erste Prüfung. Für Patienten mit Leukämie oder Lymphomen sind Mistelpräparate nicht geeignet. Es besteht die Gefahr, daß auch Krebszellen stimuliert werden. Der Botenstoff Interleukin-6 ist beispielsweise ein Wachstumsfaktor für Tumoren.

 

Quelle: Magazin Focus

 

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So entsteht Muskelkater

Er tritt meist dann auf, wenn der Muskel nachgebende, „exzentrische“ Arbeit leisten muss. Wenn Sie viele Treppen hinaufsteigen, sind Sie zwar müde und nicht mehr belastbar, aber Sie haben keinen Muskelkater. Laufen Sie dagegen Treppen hinunter, können Sie sich am nächsten Tag kaum noch bewegen.

Schuld ist nicht, wie vielfach vermutet, eine Übersäuerung des Muskels. Vielmehr sind es kleinste Verletzungen innerhalb der Muskulatur, die sogenannten Mikrotraumen. Bei der exzentrischen Arbeit muss sich der Muskel dehnen, während er gleichzeitig zusammengezogen wird. Das kann in einer unvorbereiteten Muskulatur zu Rissen in den sogenannten Z-Scheiben führen, die den Schmerz verursachen. Bei den Z-Scheiben handelt es sich um die kleinsten Einheiten des Muskels, in denen der Muskelmotor, die Proteine Aktin und Myosin, angeordnet sind. Plagt Sie trotzdem Muskelkater, lindern folgende Maßnahmen den Schmerz:
- Regeneratives Training wie etwa leichtes Joggen
- Sauna oder Wannenbäder mit Rosmarinzusatz
- leichte Streichmassagen (keine Knetungen)

Untersuchungen zum Thema Muskelkater beschäftigen die Sportwissenschaftler bereits seit vielen Jahren. Lange Zeit war man der Meinung, dass sich Muskelkater in einer besonders hohen Konzentration des Stoffwechselprodukts Milchsäure begründet. Diese Annahme ist mittlerweile überholt und musste der These der Mikroverletzungen weichen. In den achtziger Jahren sind Sportler nach bestimmten Belastungen Muskelproben entnommen worden, um die Hypothese, dass Muskelkater primär auf eine Verletzung zurückzuführen ist, zu belegen.
Ein stoffwechselbedingter Muskelkater ist allenfalls nach extremen Dauerbelastungen (Marathon) anzunehmen. Dabei werden Strukturen geschädigt, die für den Stoffwechsel der Muskelzelle wichtig sind. Die bekannte These der überhöhten Milchsäurekonzentration ist aber auch hier auszuschließen. Insgesamt könnte man davon ausgehen, so Andreas Schlumberger, dass ein Sportler nach einem Muskelkater nicht mit Folgeschäden zu rechnen habe. "Im eigenen Interesse", empfiehlt der Trainingswissenschaftler von der Universität Frankfurt, "sollte sich der Aktive jedoch für einen moderaten Trainingsbeginn entscheiden".

Kurz zusammengefasst
Ursache:
Mechanische Überlastung und schlechtes Aufwärmtraining führen zu kleinsten Verletzungen der Muskelfasern, die Schmerzsignale auslösen.

Abhilfe:
Halten Sie immer Chilli-Pfefferschoten bereit. Das scharfe Capsaicin der Chillies unterstützt die Heilung lädierter Muskelfasern, zitiert das „Asia Pacific Journal of Pharmacology“. Dazu kommen die Reinigung der Lungen, die Verdünnung von Blut und die Schmerzlinderung.

Quelle: www.lauftipps.de

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«Bier ist gesund» - Neuzeller Brauerei präsentiert Marathon-Gebräu

Neuzelle (ddp-lbg). Das Marathon-Bier ist das neueste Produkt der Klosterbrauerei Neuzelle. Der ostbrandenburgische Bierhersteller wird diese «Wellness-Bierinnovation 2005» auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin präsentieren, wie das Unternehmen am Freitag ankündigte. Das Marathon-Bier schmecke wie ein Pils, das mit L-Carnitin angereichert wird. Das geschmacks- und farbneutrale L-Carnitin sei ein dem Vitamin B verwandter Stoff, der zur Leistungserhaltung des Organismus erforderlich ist.

Mit dem neuen Wellness-Produkt erweitert die Klosterbrauerei ihre «gesundheitsfördernden Biere», wie es weiter heißt. Schon vor Jahren hatte das Unternehmen das Neuzeller Badebier kreiert. Im vergangenen Jahr war das Anti-Aging-Bier hinzugekommen, das sich immer mehr zu einem Exportschlager bis nach Nord-Amerika und Asien entwickle. «Bier - wohl dosiert verwendet - ist grundsätzlich gesund», sagte dazu ein Firmensprecher. Mit «Marathon» werde es noch gesünder. (www.marathonbier.de, www.klosterbrauerei.com)

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Wie kann Ausdauertraining das Immunsystem stärken?

Ausdauertraining stärkt das Immunsystem zum einen mental durch Spaß, Freude und Erfolg und zum anderen über die durch muskulären Gewebestress ausgelöste körperliche Entzündungsreaktion. Das sei das sportimmunologische Paradoxon, so Prof. Gerhard Uhlenbrock aus Köln.

Es besage, dass moderat betriebener Ausdauersport wie zum Beispiel das Laufen eine aseptische, also nicht durch Krankheitserreger bedingte, Entzündungsreaktion bewirkt. Sie setzt auf Dauer anti-entzündliche Gegenregulationsmechanismen in Gang, die andere, meist chronisch-degenerative Prozesse hemmt. Zu den Entzündungsprozessen zählen Areriosklerose, das metabolische Syndrom (Folge Diabetes Typ II), Alterungsprozesse und das Krebswachstum. Uhlenbrock erklärt damit die gesundheitsfördernden Auswirkungen des Ausdauersports: die entzündungsfördernden Geschehnisse im Körper werden also durch die sich im Verlaufe des Ausdauertrainings entwickelnden entzündungshemmenden Regulationsmechnanismen neutralisiert, werden quasi wie ein Feuer durch ein Gegenfeuer gelöscht.
 

Quelle: Sportscare news Dr. Loges
 Verfasser Dr. Uhlenbrock

Sauna direkt nach dem Laufen?

Direkt nach dem Laufen sollte auf ein Saunabad besser verzichtet werden. Der Puls müsse sich erst wieder im Ruhebereich bewegen, sonst werde der Organismus zu stark belastet, heisst es in der Zeitschrift “wellfit”. Auch ein voller Magen belaste das Saunavergnügen: Zwei Stunden vor dem Schwitzen sollte nichts mehr gegessen werden. Zwischen den einzelnen Bädern sollten Saunagänger möglichst wenig trinken, sonst bleibe die entschlackende Wirkung aus. Bei akuten Infekten, Fieber oder Nierenkrankheiten seien Saunagänge tabu, so die Zeitschrift. Menschen mit Bluthochdruck oder Krampfadern sollten Ihren Arzt fragen!

Quelle: Zeitschrift “wellfit”

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Gesund schlafen - Schlafstörungen

Wer 90 Jahre alt wird, verschläft rund 30 Jahre seines Lebens. Und das ist auch gut so, denn viele körperliche Prozesse laufen nur im Schlaf an. So hat der Körper zum Beispiel nachts eine stärkere Immunabwehr.

Warum müssen wir überhaupt schlafen? Niemand kann diese Frage eindeutig beantworten. Vielleicht hat die Natur diese im Laufe der Evolution so eingerichtet, um dunkle inaktive Nachtzeiten zu überbrücken. Davon gehen jedenfalls einige Wissenschaftler aus.

“Klar ist, dass der Schlaf, so wie wir ihn subjektiv erleben, der Erholung dient, sagt Dipl. Psychologe und Schlafforscher Prof. Dr. Dieter Riemann. Möglicherweise hängt dies vor allen Dingen mit der Menge des Tiefschlafs in der Nacht zusammen, die ein Organismus bekommt.

Das Immunsystem schlafend auftanken. Stoffwechsel und Kreislauf verhalten sich im Schlaf anders als im Wachzustand. Das ist wichtig für die Gesundheit, denn der Körper verfügt im Schlaf über eine stärkere Abwehr gegen virale und bakterielle Infektionen. Umgekehrt: Wird die Tiefschlafphase unterdrückt, lann dies das Immunsystem in seiner Funktionsfähigkeit erheblich beindrächtigen. “Neue Befunde aus der experimentiellen Forschung zeigen, das gerade in der Tiefschlafphase wichtige Prozesse ablaufen, die das Immunsystem regulieren”, so Riemann.

Unsere Hormone arbeiten im Schlaf. Der wichtigste Rhythmusgeber für alle Tiere und uns Menschen ist der natürliche Hell - Dunkel - Wechsel im 24 - Stundentag. Dadurch werden unsere biologischen Uhren gesteuert und synchronisiert. Während in der NAcht viele körperliche und hormonelle Funktionen ruhen, wie etwa die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol, kommt es morgens zu einem Anstieg des Cortisols und der Körpertemperatur. Das ist der Zeitpunkt, an dem wir uns dann am leistungsfähigsten fühlen. Andererseits gibt es aber auch hormonelle Veränderungen, die mit einem Höhepunkt der Ausschüttung im Schlaf einhergehen, wie etwa das Wachstumshormon, das ausschließlich im Tiefschlaf ausgeschüttet wird.

Das Auf und Ab der Körpertemperatur. Schlafforscher unterscheiden zwei Prozesse. Der eine läuft über 24 Stunden ab. Von ihm hängt unsere Schlaf- und Wachbereitschaft ab. Steigt die Körpertemperatur an, werden wir wacher, fällt sie ab, werden wir müder und schläfriger. Beim Minimum der Körpertemperatur sind wir in einem Zustand, der uns äußerst anfällig für Fehler macht. Auf der anderen Seite ist unser Schlaf aber auch davon abhängig, wie lange wir wach sind. “Diesem Prozess liegen neurochemische Prozesse zugrunde, die allerdings noch nicht vollständig entschlüsselt sind”, so Riemann. “Wir wissen allerdings, dass unser Schlaf um so tiefer wird, je länger wir sind. Allerdings verdoppelt sich nach Schlafentzug die Schlafmenge nicht, sondern der Schlaf intensiviert und vertieft sich weiter”, so der Schlafforscher.

Das hilft gegen Schlafstörung. Nachts erscheinen einem Probleme, Sorgen oder Ängste meistens belastender als am Tag. Wer abends den Tag Revue lässt und alles niederschreibt, entspannt sich, denn schreiben macht erwiesenermaßen den Kopf frei. Auch wer im Bett an die vielen Dinge denkt, die am nächsten Tag erledigt werden müssen, sollte sie einfach aufschreiben. Alkohol wirkt sich auf das Schlafverhalten negativ aus. Er kann zwar beim Einschlafen helfen, das Absinken des Alkoholspiegels sordt aber dafür, dass man kaum durchschläft. Entspannungsmethoden wie das Autogene Training oder auch Progressive Muskelentspannung können gegen Schlaflosigkeit helfen. Die TK bietet Ihnen Entspannungskurse an. Wer längere Zeit bereits Schlafstörungen hat und dadurch Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden leiden, der sollte etwas gegen die Schlafstörungen unternehmen. Bleiben die Ursachen unklar, können Untersuchungen im Schlaflabor helfen.

Quelle: Techniker Krankenkasse 02-2005

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