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Hamburg Marathon 2008 - ein Laufbericht von Carsten Wulff
Nun sollte es soweit sein! Fast vier Monate hatte ich mich auf diese 42,195 km vorbereitet. Zusammen mit meiner Frau Bianca machte ich mich am Samstagvormittag auf den Weg nach Hamburg.
Die Anreise dauerte länger als gedacht, so dass wir nach kurzem Aufenthalt bei meinem Schwager, bei dem wir die Nacht verbracht haben, meine Startunterlagen von der Messe abgeholt haben.
Das Highlight für den Samstag war schließlich der Besuch in der HSNH Arena, wo der HSV zu Hause ist. Der Gegner war Schalke 04. Leider ging das Spiel 0:1 verloren, so dass meine Stimmung und auch die meiner Frau kurzfristig nicht gerade ideal für 42,195 km war.
Am frühen Abend gab es, wie vor jeden “langen Lauf“ in der Vorbereitung, Spätzle- so viel wie geht! Danach ging es zusammen mit meinem Schwager und meiner Frau auf die „Piste“. Na, nun ging es um 22.00 Uhr Richtung Wohnung zurück, um genügend Kraft für den nächsten Tag zu haben!
06.30 Uhr aufstehen, frühstücken und Sachen packen. „Der Tag“ war da! Da am Samstag eigentlich ideales Wetter zum Laufen herrschte, war am Sonntagmorgen mein Blick nach draußen erschreckend. Sonne schön und gut, wer läuft schon gern im Regen, aber man, ist das schon um 07.45 Uhr warm.
07.45 Uhr war vom Gefühl eigentlich der richtige Zeitpunkt, zum Start aufzubrechen. Das war im nachhinein ein großer Fehler. Im Gegensatz zu meine Starts in 2005 und 2007 erfolgte der Start dieses Jahr vom Millerntordamm für alle Läufer. Nachdem ich meinen Kleiderbeutel abgegeben hatte, machte ich mich, nach Verabschiedung meiner beiden Fans, auf den Weg zum Startblock. Ich war zu spät! Der Block war schon voll von begeisterten Läufern, die es kaum abwarten konnten, loszulaufen! Was machen?! Einfach reinquetschen und warten bis es los geht.
09.00 Uhr – der Startschuß fiel, die Horde von Menschen bewegten sich durch die wunderschöne Stadt Hamburg. Unendlich viele Leute waren früh aufgestanden, um uns Läufern auf den langen Weg bei viel zu warmen Wetter anzufeuern. Nun ging es darum die eingeplante Zeit im Auge zu behalten. Mein Ziel unter 3:45 h zu bleiben, schien mir schon nach 4-5 km als sehr schwierig. Ich konnte meinen Laufrythmus nicht finden, da viele unterschiedliche Läufer viele unterschiedliche Laufgeschwindigkeiten an den Tag legen. Bei cirka 5,5 km habe ich zwei bekannte Läufer von den Lohner Waldschleicher getroffen. Ja, bei dieser Kilometerzahl kann man noch gut lachen. Bei km 12 an den Landungsbrücken waren meine beiden Fans da, um mich zu unterstützen. Ab da kam das Gefühl, dass die warmen Temperaturen eine 3:45 nicht gerade einfacher machen. Den Lauf genießen und durchhalten so gut es geht, lauteten meine Gedanken. Aber es kam noch etwas anderes dazu. Das linke Schienbein schmerzte. Gott sei Dank hatte ich meinen Schwamm dabei, mit dem ich bei jeder Verpflegungsstation mein Schienbein bis zum Schluß gekühlt habe. Jungfernstieg, meine Frau und Thorsten, mein Schwager, feuerten mich wieder an. Was ab km 20- 25 auffiel: Viele Läufer, mehr als sonst, machten schon Gehpausen. Auch die kämpften mit dem warmen Wetter. Bei dieser Kilometerzahl soll auch ich schlecht ausgesehen haben. Die Zuschauer an der Strecke hatten das gleiche Problem, welches die meisten mit ausreichend Bier, Sekt und anderen isotonischen Getränken bekämpften. Bei Km 37 gab mir Bianca Doping, einen Kuß. Den konnte ich gut gebrauchen, da meine Kräfte schon arg am Ende waren. Und jeder der glaubt,Hamburg ist flach, dem muß ich sagen, die letzten Kilometer haben es in sich. Die Glacischaussee war nach 42 km das Ziel. Lange geradeaus gucken, aber noch Laufen. Carsten, da musst Du durch, bloß unter 04:00 Stunden bleiben.
Die Uhr hielt bei 3:59 h an. Ich war durch. Ich war aber auch fix und fertig. Ein kurzes Gespräch mit Bianca und Thorsten, dann zur Verpflegungsstation und dann zum Duschen. Nachdem ich geduscht war und mir das Hefeweißen zur Brust genommenhatte, ging es mir erstaunlich gut.
Die Enttäuschung über die verpaßte Zeit hielt noch ein paar Tage an und ich dachte auch: “nie wieder so was“. Jetzt wo ein paar Wochen vergangen sind, habe ich mich für den nächsten Halbmarathon angemeldet.
Der Hamburgmarathon ist ein schöner Lauf mit vielen begeisterten Zuschauern. Ich denke, Berlin ist auch schön.
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