Hasetal Lauf

Löningen – Landschaftslauf im Hasetal an 23.06.07. Ein Bericht von Fritz Rietkötter

 

Es mag sicherlich viele Landschaftsläufe geben. Läufe, bei deren Teilnahme man Zeit für sich und die eigene Gedanken hat. Läufe, die durch Landschaft bestechen mögen, aber dennoch den Touch der Langeweile besitzen.

In Löningen ist da vieles anders. Über 2.000 Teilnehmer an den verschiedenen Laufdistanzen, ein super eingestelltes Organisationsteam und zahlreiche Laufbegeisterte an der Strecke ließen diese „Familienveranstaltung“ zu einem tollen Samstagslauf werden. Die Marathon Messe bedarf vielleicht einer gewissen Ergänzung, dennoch ging es mit viel Spass und einigen „intelligenten Sprüchen“ in einen tollen Laufabend. Auch wenn die WLT.Läufer aufgrund der unterschiedlichen Startzeiten in zwei verschiednen Gruppen anreisten, so traf man sich doch schnell vor dem Anmeldebüro und konnte schon vor dem Lauf die eine oder andere taktische Laufvariante diskutieren.

Als erste gingen Maria und Maren auf die 10km – Strecke. Trotz Gedränge im Startbereich und gerade wegen bester Stimmung auf der Strecke liessen sich die beiden gleich ins gesicherten Mittelfeld der Läuferschar etablieren. Wollte Maria noch ihre tolle Laufentwicklung der letzten Monate durch eine Zeit um 60 Minuten festigen, konnte sich Maren selbst nach dem Startschuss noch nicht von ihrer „unschlüssigen Art“ trennen, zog dann aber doch in ihrer ganz eigenen Art das Tempo atemberaubend an.... Da schon kurz nach dem Startschuss die Beiden durch das Spalier der applaudierenden WLT.Läufer mussten, war der Rest der Strecke nur noch Formsache, schließlich trug dieser grandiose Applaus die beiden mindestens weitere 6km und das ohne Anstregung.

Eine halbe Stunde später machten sich dann auch die Halb- und Marathonläufer auf den Weg. Mit 6 WLT.Läufern im Halbmarathon und einem im Marathonfeld stellte der Lauftreff damit trotz sich häufender Laufereignisse ein starke Truppe in Löningen. War von Stefan, Bernd und Ralf schon nach kurzer Zeit nicht mehr viel zu sehen, so wusste ich dennoch, dass hinter mir noch Heike, Kartrin sowie Hans liefen und vor mir die Marathonstrecke lag. Dies bedeutet nach einschlägiger Erfahrung, dass der Halbmarathonkurs zweimal zu durchlaufen war.

Schon der Blick zum Himmel vor dem Start offenbarte eine Tatsache, die sich bereits oft bewahrheitet hatte: Petrus hat ein Läuferherz. Denn trotz dunkler Wolken und einiger scheinbar unbedeutender Regentropfen hielt sich das Wetter auf einem, der Veranstaltung angemessenen, Top-Läufer-Niveau.

Durch das Hasetal zu laufen war bis dahin sicherlich nicht eines meiner angestrebten Ziele. Nachdem aber über 40km Zeit war, die Landschaft zu erkunden, stellte sich ein Fazit schnell heraus: eine tolle Landschaft, durch die es ging. Führte der erste, mittlere und letzte Streckenteil durch Lönningen, so durften auch die umliegenden Dörfer ihren Beitrag leisten. Von Dorf zu Dorf ging es somit auch gleichzeitig von Versorgungsstadion zu Versorgungsstation. Und an jeder Stadion tolle Stimmung, ein Bierwagen incl. Bratwurstbude (nur leider nicht für mich) und Musik. Auch die Entwicklung der Zuschauer lies sich im Verlauf der zwei Runden gut analysieren. Waren in der ersten Runde die meisten noch mit guter Selbstbeherrschung ausgestattet und hielten ihr Bier locker in der Hand, so war in der zweiten Runde doch bei dem einen oder anderen die Strapazen eines Marathonzuschauers zu erkennen: fehlender Gleichgewichtssinn und undeutliche Aussprache künden vom nahen Muskelkater eines Zuschauers. Warum die Grillfraktion, Irgendwo im Nirgendwo, ihren Grill so postieren mussten, dass mein Blick über die Bratwurst, entlang der Zapfanlage direkt zum Nachbarn auf den Kuchen bestückten Tisch fallen musste, dass wird mir ewig ein Rätsel bleiben.

Nichts desto trotz verging Kilometer um Kilometer. Waren die Marathonläufer zunächst noch von Halbmarathonis umringt, zeigte sich auf dem zweiten Teil der Strecke doch schnell, warum ein Landschaftslauf Zeit zum Nachdenken bringt. Endlos anmutende Straßen so irgendwo zwischen km28 und km36, Versorgungsstationen, wo kleine Helfer (die ein großes Lob verdient haben) sich lautstark auf die vereinzelten Läufer mit Wasser, Isogetränken und Cola stürzten und dann in jedem Dorf wieder die aufmunternden Zuschauer. Die Strecke zeigte aber auch, dass die Steigungen aus der ersten Runde von irgend einem Unbekannten zu kleinen Anhöhen aufgerichtet wurden. Dann plötzlich ein Piep. Bei km35 eine Zeitmess – Stadion, die mich aus dem Gedanke verlorenen Lauf riss und mitteilte, dass auch dieser Marathon einmal vorbei war.

Ab km39 – an der Hase (nicht darin) dachte ich dann noch, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen sei, die Haare zu richten, dass WLT.Shirt gerade zu ziehen, um dann mit aufrechtem Lächeln in die Stadt und damit auf die Zielgerade einzubiegen. Da sich selbst eine Sambagruppe an der Strecke niedergelassen hatte, um unter anderem zu spielen, kam nochmals ein Hauch eines Stadtmarathons auf. Dann ging es in die Zielkurve, vorbei an der applaudierenden WLT.Gruppe (die waren ja schon etwas länger fertig und bereits geduscht) und ab ins Ziel.

Zum Schluss sei noch anzumerken, dass selbst die Duschen in Löningen Maßstäbe setzten, denn es gab warmes Wasser! Nach dem Duschen dann durch den Regen zur after-run Party, die leider etwas ins Wasser fiel, was der tollen Veranstaltung aber keinen Abbruch tat. Da alle WLT.Läufer mit ihren Zeiten zufrieden waren, kann auch diese Veranstaltung wieder unter der Rubrik „erfolgreicher Wildeshauser Lauftreff“ verbucht werden.

Momentaufnahmen von den gestarteten WLT.Läufern, irgentwo zwischen Start und Ziel:

.....Laufen im Schlaf?

.....gut drauf, etwa mit einem Lächel?

.....da lacht noch jemand....

.....wer geht da eigentlich im Hintergrund?

.....leicht wie eine Feder?

.....und noch einer, Laufen macht Spass.

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.....verfolgt und beobachtet, selbst beim Marathon ist man nicht allein.

...immer nach vorne sehen, auch beim Laufen.

.....ist der Fleck auf dem WLT.Shirt etwa Schweiss?

 

 

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