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Kurz nach 12 Uhr, mit 20 Minuten Verspätung, starteten dann die einzelnen Blöcke nacheinander. Verspätung ist in Köln angeblich kein Problem, denn gibt es ja keinen, der die Verspätung kontrollieren kann, so meinte es zumindest ein Kölner Läufer. Unter dem Applaus der Zuschauer und meiner Fangruppe Maria setzte sich dann auch mein Startblock in Bewegung. Schon auf den ersten Kilometern zeichnete sich das ab, wofür Köln berühmt ist: ein super Publikum voller Enthusiasmus und Begeisterung. Alleine die vielen Sambagruppen (bei 12 habe ich aufgehört zu zählen) bringen einen unbeschreiblichen Rhythmus auf die Strecke. Farbenfroh und „nett anzusehen“, so stellen sie einen von vielen Höhepunkten da.
Und dann die Zuschauermassen. Es gab nur wenige Streckenabschnitte, wo es ruhiger wurde, damit die vielen Eindrücke verarbeitet werden konnten. Teilweise wurde die Läufergasse so eng, dass zwei Läufer nebeneinander schon mühe hatten, hindurch zu kommen. In Vierreihen, über viele Meter hinweg, standen die applaudierenden Zuschauer. Mit Trillerpfeifen, Tröten und Schildern bewaffnet bot sich dem Läuferfeld ein Zuschauerbild, dass ich bis dato noch nirgends erlebt habe. Dazwischen immer wieder Sambagruppen, deren Rhythmus alle erfasste. Das Laufen wurde zur Nebensache. Immer wieder Lautsprecher mit Kölscher Musik - man könnte denken, es wäre schon wieder der 11.11. und die närrische Zeit hätte begonnen.
Die Durchgangszeit Halbmarathon war dann auch bereits zur absoluten Nebensache geworden. Spätestens, als bei Kilometer 32 das erste Kölsch gereicht wurde, war dann das Vorhaben, nicht auf die Uhr zu sehen, in die Tat umgesetzt. Irgendwo an einem Kölschlokal standen die Biere (Stängelchen), an der draußen aufgebauten Theke, mit dem Hinweis: für Marathonläufer. Da ich mich angesprochen fühlte, blieb mir nichts anderes übrig als anzuhalten und mitzutrinken. Eine Verpflegungsstadion, die ins Bild passte. Einer meinte dann noch, dass er beim letzten Marathon soviel Kölsch getrunken hätte, dass er sich im Zielbereich nicht entscheiden konnte, über welche der zwei Ziellinien er denn nun laufen solle. Eine Gefahr, die bei falscher Flüssigkeitsaufnahme sicherlich nicht von der Hand zu weisen ist.
Vor dem Ziel kamen noch zwei Höhepunkt. Zuerst führte die Strecke direkt auf den Kölner Dom zu. Hierdurch beteiligte sich auch dieses imposante Bauwerk, bei strahlend blauem Himmel, an dieser gelungenen Veranstaltung. Anschließend folgte die Deutzer Brücke. Eine echte Anhöhe so kurz vor Schluss. Hier konnte selbst das Publikum nicht mehr an sich halten und lief einfach mit. Eine Frau mit Kinderwagen begleitet Ihren (vermutlich) Ehemann, ganze Familien liefen mit den Läufern Richtung Ziel und mussten von den Ordnern wieder aussortiert werden. Ein schnelleres Durchkommen war da kaum möglich – was aber eh egal war. Mit dem Zieleinlauf endete dann zwar der Lauf des Kölner Karnevalsmarathons, nicht aber die Veranstaltung. Das abschließende Kölsch bei der After-Run-Partie im Hänkelmännchen schmeckte schon wieder besonders gut und bei der Betrachtung der Bilder, die Maria geschossen hatte, blieben die Erkenntnisse, dass zum einen dies der schönste meiner nunmehr 10 Marathon- /Ultramarathon - Läufe war und zum anderen ich sicherlich noch häufig daran zurück denken werde.
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