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Meine “Fangruppe” stand ebenfalls im Startbereich und hatte noch den einen oder anderen interessanten Tip parat, der aber irgendwie an mir vorbeizog. Es zeigte sich schon jetzt, wie familäre dieser Lauf werden sollte. In lockerer Atmosphere fand sich das Läuferfeld zusammen, im Hintergrund wurde noch an einem Zelt des Zielbereichs gewerkelt (die hatten ja auch noch ein paar Stunden Zeit...) und plötzlich kam die Aufforderung, an die Startlinie vorzurücken. Dort stand der Schirmherr mit standesgemäßer Startpisole und den obligatorischen guten Worten. Vor dem Läuferfeld fanden sich die Handbiker ein, die mit ihren Renn- Rollstühlen eigentlich den größten Aplaus verdient haben und dann fiel endlich der Startschuss. Endlich ging es los. Jetzt wird sich zeigen, wie gut die Vorbereitung war. Die ersten Kilometer zogen dahin. Immer wieder der Blick auf die Uhr, immer wieder die Pulskontrolle. Mein Laufrythmus und Pulsfrequenz stellten sich schnell auf dem gewünschten Niveau ein. So ging es durch die ersten 10km in Richtung der ersten Verpflegungsstadion irgendwo im Müritzer Nationalpark. Die erste Stunde verflog fast unbemerkt, zumal ich mich mit 5 weiteren Läufern über “dies und dass” rund ums Laufen unterhielt - jetzt ging es schließlich erst einmal darum, den Laufrythmus zu halten und das Tempo blos nicht zu überdrehen - da ist ein kleiner Plausch noch immer das beste Mittel. Themen waren genug vorhanden: 100km Ultra in Leipzig, 24 Stundenlauf, Marathonveranstaltungen im allgemeinen und Interessantes rund um die Organisation einer Laufgruppe - da gibt es eine Menge zu berichten. Gerade das letzte Thema zeigte mir aber auch, dass wir im Wildeshauser Lauftreff schon eine tolle Truppe zusammen haben, da würden sich andere Vereine freuen. Die erste Verpflegungsstadion kam in Sicht. Der Blick auf die Uhr gab Gewissheit, dass das Zeitziel für die ersten Kilometer erreicht war. Die Fangruppe war auch schon da und machte Stimmung - also alles im Lot. Klar war aber auch, dass es jetzt langsam ernst wurde. Unsere kleine Läufergruppe trennte sich und so ging es Kilometer um Kilometer durch den Müritzer Nationalpark. Natur pur, vorbei an Seen mit jeder Menge Federvieh, aus der Ferne die Rufe eines Kranichs, Fischreiher auf einer Wiese. Hier ist jede Menge los. |
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Und wieder - wie sollte es auch anders sein - ging es in die Natur, doch jetzt kam der wirkliche UltraMarathon. Zeitweilig schien die Sonne, dann wieder Wind von vorne, dass man sich fragte, ob der erste Herbststurm einzug gehalten hat. In einem kleinen Dorf stand eine Oma mit ihren zwei Engelkindern und hatte eine “private Versorgungsstadion” eingerichtet. Die Kleinen freuten sich überschwänglich, als der hingehaltene Wasserbecher von mir mitgenommen wurde. Dann wieder weiter - hier ist man mit sich und der Anstrengung alleine dachte ich noch und dann wurde es unangenehm. Es ging durch die Hügellandschaft am Müritz See. Es hatte den Anschein, dass sich die Hügel zu Bergen auftürmten. Eine Steigung nach der anderen, teilweise langgezogen, teilweise kurz und heftig. Der Eifelmarathon kam mir in den Sinn. Es ging an die Substanz, der Blick auf den Puls zeigte unmissverständlich die Anstrengung. Das Zeitziel im Kopf ging es weiter. Schritt um Schritt, Kilometer um Kilometer. Irgentwo kurz vor der Verpflegung in Zierzow (km 57) war dann der erste kritische Punkt zu überstehen. UltraMarathon ist eben nicht nur Natur pur und tolle Landschaftsbilder, UltraMarathon bedeutet auch die Überwindung der eigenen Grenzen. |
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Irgendwo ab Kilometer 60 ging es auch daran, den einen oder anderen Läufer zu überholen. Startete die Führungsgruppe des Feldes heute morgen noch mit einem für meine Verhältnisse zu hohem Tempo, so sah ich jetzt viele von Ihnen wieder. Kontiunierlich ging es an mehr und mehr Läufern vorbei - ein Motivationsschub, der ebenfalls seinen Beitrag daran leistete, sich aus dem eigenen körperlichen Tief wieder herauszuarbeiten. Auch wenn es eher nebensächlich ist, so blieben von den 82 gestarteten Läufern am Ende der Strecke doch mehr hinter als vor mir - und in den TOP10 der Altersklassenwertung zu landen hört sich zumindest gut an. Jetzt ging es nicht mehr darum, die 8 Stunden zu halten, jetzt wollte ich eine 7 vor der Zeitmessung haben. Die letzte große Versorgungsstadion bei Klink (km67) musste dann die letzten Kräfte mobilisieren. Der Schwam mit kaltem Wasser tat wieder mal gut und so ging es auf die letzten 10km. Durch die Bäume konnte man immer wieder von weitem Waren sehen. Die Angabe noch 4km lies auch den letzten Zweifel verfliegen, wenn nichts unangenehmes mehr passiert, dann wird die Zielzeit mit einer 7 beginnen. Nochmals ging es gegen die Uhr, dann endlich die Hauptstraße von Waren. Die letzten zwei Kilometer, der letzte Kilometer, es ging auf den Hafen zu. Nochmals ein Blick auf die Zeit und die Gewissheit, es zu schaffen. Dann war es endlich soweit, die Zielabsprerrung im Hafen war zu sehen, die Zuschauer klatschten, die eigene Fangruppe war lautstark vertreten und die letzten Meter konnten genossen werden und liesen die ganze Anspannung abfallen - bei 7 Stunden 54 Minuten blieb die Uhr stehen.: |
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